am 20.12.2009 aus dem Hier und Jetzt
Death Rock, Baby.
Astra, Wein is' leer.
Bitterkalt isses.
Wie fing es eigentlich an?
Lässt sich schwer eingrenzen, es sammelte sich so in mir an: Geschichten übers Jung-Gewesensein, Erzählungen vom Älterwerden, Begegnungen, Gedanken, Visionen (ja, ich weiß, zum Arzt). Vielleicht auch Aufhören-zu-ignorieren-was-wehtut. Vielleicht auch Anfangen-zu-realisieren-warum-es-wehtut.
Neulich, zum Beispiel: Nacht, kurz vor Elf, alles still und Schnee fiel. Es war nur Schnee, aber irgendwie war es, tja, magisch. Und in Gedanken entfuhr es mir: "Ach, wie geil, dass ich das noch erleben darf!" Und dann auch gleich: "Hömma, warum denkst Du das denn jetzt?" - Warum glaube ich, dass ich sterben werde?
Die Tatsache, dass ich sterben werde, und dass die Anzahl der Tage bis zu diesem Zeitpunkt begrenzt ist, begleitet mich. Seit ein paar Monaten, ziemlich lange schon.
Und dann, ein anderes Neulich, noch ein Beispiel: Nacht, vermutlich nach Elf, draussen Sturm, ich im Bett mit zwei Lieblingsmenschen. Gedankliches Bild: Eine dunkle Felsenküste, Sturm, meine Lieblingsmenschen. Und: Die Gewissheit, dass ich eines Tages sterbe, und dass ich entscheide, und ganz bewusst entscheiden sollte, mit wem ich meine Tage verbringe. Jeden Tag. Die Anzahl der Tage ist begrenzt. Man gibt einen Tag nicht einfach weg. Nicht, weil man sich verpflichtet fühlt, oder nett sein möchte, oder irgend so eine Scheiße. (Denkt da mal drüber nach.) (Nett sein kann man immer noch, sollte man zufällig unsterblich wiedergeboren werden.)
Seltsamerweise muntert mich der Gedanke hauptsächlich auf. Wenn er da ist, so wirklich präsent, so richtig "Du wirst sterben" - dann ist es meistens in den guten Momenten. Oder vielmehr: Es macht die Momente gut. Es macht diese Momente ganz "Hier und Jetzt". Es sagt mir: "Wow, ma' ehrlich, ist es nicht un-glaub-lich, dass Du jetzt hier bist? Ist das nicht geil?"
Na gut, ein klein wenig Panik ist auch da, ein klein wenig von dieser Nervosität die nach Midlife-Crisis riecht. In meiner inneren Schreibtischschublade krame ich hektisch nach den Listen ("5 Drogen, die Du probiert haben solltest bevor Du stirbst", "9 Menschen, die Du schon länger ficken wolltest", "6 Träume, die Du als Kind hattest").
Aber vor allem sagt es mir: Das Leben, diese Welt, ist ein riesiges Modell, das Dir ermöglicht, Erfahrungen zu machen. Wertungsfrei: Erfahrungen. Und tot sein bedeutet, diese Möglichkeit nicht mehr zu haben.
Mein Leben fächert sich vor mir auf, ein Flußdiagramm. Die Möglichkeiten sind klar. Manches steht bereits fest. Die Vorstellung 45 zu sein, 60 zu sein - ist irgendwie nicht mehr fremd, irgendwie nicht mehr fern. Das ist eine neue Perspektive, faszinierend, klar. Und: Das macht Angst. Wie ein Sonntag Abend mit viel Spaß, der zu Ende geht; wie wenn man langsam wieder nüchtern wird auf einer Party von der man gehofft hat, sie würde nie enden.
Dieser Moment, in dem man realisiert, dass man nicht mehr das Kind ist, das alles werden kann. - Erinnert ihr euch noch, wann der eintrat? Zum Beispiel: Offenbar bin ich eine Frau und vermutlich werde ich es bleiben. Mit Bedauern stelle ich fest, dass ich wohl keine Musikerin werden werde (weil ich mir übrigens, trotz gelegentlichen Enthusiasmus' nach Drogenkonsum, aus Musik nicht viel mache). Ich werde auch keine Striptease-Tänzerin mehr. Und, na so was, ich bin doch nicht lesbisch. Meine Jugend steht fest: Ich war nie ein Hippie, höchstens im Herzen. Das alles tut ein wenig weh, zugegeben.
Das Seltsame ist, ich habe so lange nach den Geheimnissen gesucht, von denen ich glaubte, dass die Anderen sie vor mir verstecken. Gut, eines habe ich gefunden, es hat tatsächlich Einiges erklärt. Aber das zweite, das hier, die Tatsache, dass wir alle sterben, das erklärt nichts. Nichts. - Na gut, es erklärt ein klein wenig, warum Menschen kleine, garstige Monster in die Welt setzen, ja, selbst ich habe das mittlerweile verstanden. Aber warum lassen all diese Menschen ihre Angst und ihr Sicherheitsbedürfnis gewinnen, haben die meiste Zeit ihres Lebens Sex mit dem gleichen Menschen, versuchen krampfhaft vergangene Dinge festzuhalten anstatt neue zu probieren, zu denen sie nur eine begrenzte Anzahl Tage haben? Unerklärlicher denn je.
Denn ich, ich möchte seitdem alle drei Wochen das tun, was ich tun möchte, bevor ich sterbe. Denn "bevor ich sterbe", das ist genau jetzt, und nur jetzt ist garantiert.
Warum ihr alle noch hier sitzt, warum ihr nicht euer Konto überzieht um auf Fuerteventura surfen zu gehen, und warum ich das nicht tue - Scheiße, das ist mir ehrlich gesagt vollkommen unbegreiflich. Ist es nur weil es Konvention ist, dass wir so tun, als würden wir ewig leben? Ist sie doch, oder?
Wie ist das so, wenn man älter wird? Hattet ihr auch solche Gedanken mit fünfundzwanzig?
Sterben ist ja Tabu-Thema. - Erzählt doch mal, ich will das Krachen hören wenn es bricht, wie so 'ne Hanuta-Waffel.
nachtSonnen am 20.12.2009:
Ich habe solche Gedanken erst seit der Mitte der Dreißiger. Bis dahin waren der Job und die ‘heile’ Familie bei mir übermächtig. Ich musste erst krank werden, um zu merken, dass das nicht mein Leben ist. Jetzt geht es mir wieder schlecht, genau aus den Gründen, die Du auch aufzählst: ich möchte nicht wehtun, nicht verletzten, die Konventionen …
Ich wäre gern mutiger, gern mehr ‘ich’. Mein Wunsch: irgendwann wenigsten das zu machen, was ich machen könnte, wenn ich nicht so ein Angsthase wäre.
hugn am 20.12.2009:
Was heißt mit 25? Ich bin sechs Jahre jünger und es geht mir manchmal durch den Kopf
zebramädchen am 20.12.2009:
Wow. Danke für den Kommentar.
Ich bin auch ein Angsthase. Hab’ aber auch gelernt: Nicht warten, bis die Angst weg ist (ist sie nämlich vermutlich nie), sondern es trotzdem tun. (Ja ja, ich weiß, leicht gesagt.)
Alles Gute!
Matthias am 20.12.2009:
Ich spekuliere noch darauf, ewig zu leben. Die Zukunft ist viel zu spannend um sie zu verpassen!
yetzt am 20.12.2009:
da hast du aber ganz schön viel von dem ausformuliert, was ich nicht so recht in worte fassen konnte. daher einfach nur ack.
andra am 20.12.2009:
ich finde, dass das bewusstsein um die endlichkeit unseres daseins ein gutes ist. sich die frage zu stellen, was wirklich wichtig ist und sich nicht im alltäglichen wahn des lebens zu verlieren.
vor ein paar jahren hatte ich einen tumor im oberschenkel, von dem mir die menschen, die mich in der röhre in scheiben durchleuchteten, sagten, es aller wahrscheilichkeit nach ein liposarkom. also so ein “50% schaffen 2 jahre lebend” ding. hatte mir die schlechteste prognose-krebsart ausgesucht.
mit diesem gedanken erlebte ich dann so ca 6 wochen. die zeit war pur. einfach pur. die frage, was wichtig ist in MEINEM LEBEN zur mitte. ich habe geweint, gemotzt und war sarkastisch. aber eben auch ruhig und nachdenklich, fühlend und empfindlich. es ging um MICH, meine familie. ich denke, für meinen mann war es schlimmer, als für mich selbst, wenn ich für mich den begriff schlimm überhaupt verwenden will. denn im nachhinein muss ich sagen, dass diese erfahrung für mich sehr sehr wertvoll war und ich sie nicht missen will.
dazu zu sagen ist, dass ich mit den histologischen ergebnissen nach der op aufatmen durfte, es war KEIN liposarkom sondern eine noduläre faciitis oder so. selten aber gefahrenfrei.
ich habe jetzt an meinem rechten oberschenkel eine helle, feine narbe. so ca 15 cm lang und da mir die darunterliegende muskelfaszie entfernt wurde, ist es eine kleine kuhle. hübsch. ich mag sie. ist sie doch ein sichtbar gebliebenes zeichen aus dieser zeit und all meinen gefühlen und erkenntnissen.
ich habe keine angst vor dem tod. er gehört dazu und egal, welchen grad der prokrastination man so an den tag legt, den tod hat noch jeder geschafft.
manchmal, wenn ich denke, das leben fickt aber gerade ganz schön rum, denke ich an die zeit. und es tut gut. denn ich lebe. heute.
Dusty am 20.12.2009:
Diese Gedanken hatte ich schon oft! Neulich auch wieder als ich einen Test machen lassen habe ob ich eine bestimmt Krankheit habe und in der Zeit habe ich viel über mein Ableben nachgedacht! Diese Gedanken zeigen eigentlich nur das man noch am Leben hängt und noch nicht abgeschlossen hat. Ich sehe den Tod als meinen Freund und Gefährten an der mich stetig begleitet mir ab und zu zu flüstert das ich erst später dran komme und er lacht ja immer zu mit seiner Fratze in mein Gesicht also muss er ein lustiger Typ sein der auf Käsehäppchen steht und Partys mag! Also Adios! Der Sensenmann ist immer dabei!
kassettenkind am 20.12.2009:
Klar denke ich hin und wieder ans Sterben, auch schon mit zwanzig hatte ich das. Was für mich aber nicht erschreckend war oder ist, gehört halt dazu wie das geboren werden.
Allerdings gebe ich dir recht man sollte alles machen was man möchte bevor man diese Bühne wieder verlässt. Aber dabei sollte man sich schon seiner Verantwortung bewusst sein.
Am Ende sollte man aber die Augen schließen können mit einem zufriedenen lächeln auf den Lippen.
ml am 20.12.2009:
Forget about your sin.
Give the audience a grin.
Enjoy it. It’s your last chance, anyhow.
(monthy python…)
Als ich das erste Mal erkannt habe, das alles endlich ist spürte ich die Angst. Dann kam irgendwann die Erkenntnis das diese Anst den Geist tötet – und das sich auf der Bühne dieser Angst unser Leben abspielt. Wenn du mit den Lieblingsmenschen an einer umstürmten Felsenküste stehst: springe ins kalte Wasser, das erfrischt :)
DigiTalk am 20.12.2009:
Dein Eintrag macht mich sehr nachdenklich.
Vor ein paar Tagen bin ich 28 geworden, und ich lese regelmäßig das bestatterweblog.de – ich denke also auch immer mal wieder darüber nach.
Meistens versuche ich, ich selbst zu sein. Egal, was andere Denken, selber glücklich sein zählt.
Heute Morgen habe ich die Dr.-House-Doppelfolge gesehen, an deren Ende Amber stirbt.
Da habe ich dann auch angefangen, darüber nachzudenken, was es für mich bedeuten würde, wenn meine Freundin sterben würde. Und was würde sie tun, wenn ich sterbe?
Das Wetter heute (hier ist Schneechaos) ist prädesteniert dazu, dass man plötzlich Familienangehörige verliert.
Der Tod ist im Endeffekt allgegenwärtig. Man kann ohne ihn auch nicht leben.
Immer man selbst zu sein ist auch gar nicht so einfach, gerade wenn man selbstständig ist. Aber wenn man vom Leben nichts genossen hat, kann man auch nicht mit dem Lächeln auf dem Gesicht entschlafen – was auch meine liebste Variante wäre.
Wenn man jung ist, denkt man viel zu selten über den Rest des Lebens nach. Es könnte kürzer sein, als man denkt. Aber, wie du schon sagst, JETZT ist der Zeitpunkt zu leben.
Später ist man entweder tot oder gebrechlich. Meist erst das eine, dann das andere.
Das eigene Leben zu genießen ist die wichtigste Lektion, die man lernen kann. Ich habe keine Rückschläge erleiden müssen wie manch anderer Kommentator hier, aber ins Grübeln kommt man schon.
Deswegen sitze ich heute auch alleine in meinem Lieblingsrestaurant und habe gerade ein wundrbares Rinderfilet mit Rosmarinkartoffeln genossen. Man muss die Dinge tun, wenn man kann.
Willibald am 21.12.2009:
Naja, ich mag eigentlich gar nicht über den Tod reden…Das Leben ist doch wunderschön(auch wenn du willst;) Die schönste Festtage kommen bald und man darf nur glücklich sein.
zebramädchen am 22.12.2009:
Danke für eure Kommentare.
lucksus am 22.12.2009:
Ja, ich finde den Gedanken “Ich sterbe irgendwann, ganz sicher!” auch sehr befreiend! Es macht alles, was man als soo wichtig annimmt und verteidigt und Angst hat zu verlieren unwichtig. Man braucht das alles nicht – letztlich ist es eh weg.. Und, egal was ich mache und mir hinzufüge, es bringt mich nicht weiter. Oder?
Du hast recht, wir sollten alle viel mehr das machen, was wir wirklich wollen. Aber woher weiß man, was man wirklich will? Ja, man muss es ausprobieren.. Aber ich glaube, das was man wirklich will, bezieht sich immer nur auf das Jetzt. Ich weiß nicht, ob man eine Liste braucht, von den Dingen, die man unbedingt gemacht haben muss. Wenn man was machen will, dann soll man das tun. Jetzt! Aber eine Liste zu pflegen ist doof, weil man sich ärgert, wenn man was davon noch nicht gemacht hat, wenn man stirbt. Nicht auf die Liste schreiben sondern machen! (hab ich das geschrieben? ok, ich muss mal schnell meine Liste abarbeiten..) Liste bedeutet Planen und Planen ist nicht Leben. An den Tod zu denken, zeigt mir immer dass Planen sinnlos ist und gibt mir Kraft, macht den Moment lebendig.. Ich freue mich, dass ich sterbe – denn das heisst ich lebe.. jetzt gerade! :) ..danke für die Erinnerung.
kati am 23.12.2009:
“die vergangenheit ist nur eine erinnerung, die zukunft eine fantasie. es ist nur die gegenwart, in der wir wahrhaft leben.” [snowcake]
edge walker am 28.12.2009:
Du erinnerst mich an das hier:
http://fueledbyphotos.tumblr.com/post/140628574
amaya am 04.01.2010:
der tod ist ein thema über das ich versuche nicht aktiv nachzudenken. vermutlich aus anderen gründen als andere menschen, denn der gedanke an den tod, seis mein eigener oder zb der meiner eltern füllt mich mit ruhe und einer spürbaren wärme. es ist nicht die todessehnsucht wie früher, zumindest meistens nicht, als mehr eine gleichgültigkeit die sich eingestellt hat. freiheit bedeutet für mich die trennung von menschen von denen ich mich in meiner freiheit einschränken lasse, weil mir der mut fehlt mich von ihnen zu lösen. diesen mut nicht zu haben kann ich mittlerweile akzeptieren. meistens. meine mutlosigkeit zu akzeptieren heißt in dem fall, und das ist wiedermal wunderbar psycho, sich mit dem tod derer auseinander zu setzen und zu merken, dass man kaum ein schlechtes gefühl bei den gedanken daran hätte. eher der gedanke, dass es noch 20 oder mehr jahre dauern könnte sind manchmal “bitter”.
die frage nach dem sinn des lebens, ich kann nicht sagen ob sich die mir wirklich stellt. das leben ist nun mal da und wenn ich nicht freiwillig austrete dann werd ich mit dem leben leben müssen. also ist der sinn wohl es sich so angenehm wie möglich zu gestalten, oder seine erfüllung in sozialen engagement oder sowas zu finden was dann letztendlich auch wieder nur der eigenen selbstzufriedenheit dient. oder in der karriere, oder auch in rebellion. erfahrungen sammeln klingt gut, die frage ist “wofür?”, wenn man ja doch früher oder später stirbt. erfahrungen sammeln die ich der nachwelt weitergebe? ehrlich gesagt, und das ist wieder so wahnsinnig unsozial – mich interessiert die nachwelt nicht.
zufriedenheit erlangen, glücklich sein – vllt spielt “mutter sein” deswegen keine wirkliche rolle in meiner zukunftsplanung. ich sehe nicht den mehrwert den kinder bringen, sondern ich sehe hauptsächlich einschränkungen in vielerlei hinsicht. eine partnerschaft ist ok, die wird man, wie einen miesen chef, bei bedarf auch wieder los. kinder nicht. und ich habe momentan nicht das bedürnis mir eine lebenslange verpflichtung aufzuhalsen. dennoch bin ich auch frau und habe latent vorhanden das was man wohl muttergefühle nennt. mit einem freund kam ich neulich ins plaudern, er hat ein kind und führt eine art zwangsbeziehung mit der mutter und ihn plagen sorgen, dass er mit kind “keine mehr abbegkommt”. mein gedanke dazu war, ohne dass ich ihn direkt ausgesprochen habe, dass ein mann mit kind für mich eigentlich ideal wäre. ich könnte ab und zu meine muttergefühle ausleben ohne die verpflichtungen für ein kind einzugehen. und ich könnte einfach gehen. als mutter eines eigenen kindes kann (könnte) ich das nicht.
wenn ich wüsste wann ich sterbe – das ist ein angenehmer gedanke für mich. wenn ich bald sterben müsste – es wäre ein erlösendes gefühl. gut, wenn es in den nächsten 5 jahren passiert hätte ich das ein oder andere ziel was meinem leben einen sinn gibt nicht erreicht, aber shit happens. dann eben nicht. wenn ich tot bin wirds mich wohl eh nicht interessieren was ich erreicht hab und was nicht. und die welt interessierts auch nicht. und sofern ich das ganze wiedergeburtsthema überblicke habe ich im nächsten leben auch nichts von der erfahrungen des vorangegangenen.
was ich wirklich ein wenig bedauer ist dass die momente, die man festhalten möchte, die nie aufhören sollen, so selten geworden sind. auf der anderen seite ersparrt einem das die ernüchterung wenn die momente dann vorbei sein. die enttäuschung, das kräftezerrende streben nach dem aufrechterhalten und neugewinnen selbiger.
ich finde es immer wieder faszinierend wie verwirrt die menschen sind wenn man mit ihnen offen über das thema tod redet. vorallem wenn man von wärme redet, von ruhe und das man keine angst davor hat. ich hab nicht mal vor dem wie angst. selbst menschen die meine vergangenheit und den ganzen hirnfick kennen meiden solche gespräche. ich überleg manchmal warum, geht es ihnen dabei um mich, oder können sie einfach nur nicht locker mit dem thema umgehen?
als vor ein paar jahren bei mir (pseudo)halluzinationen einsetzten, die nicht wirklich wegzutherapieren waren und sind, blieb mir nur eines “damit leben lernen”. sie akzeptieren. ich bin schon sooft gestorben, das nimmt mir jede angst vor dem zeitpunkt an dem es wirklich so weit ist. und mein leben ist ruhiger seitdem ich auch den gedanken akzeptiert habe “du kannst jederzeit gehen”.
zebramädchen am 05.01.2010:
Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar (und schade, dass ich Dich nur noch hier lesen kann).
Aber besonders danke, weil Du es ein wenig anders siehst, bzw. den Teil erwähnst, über den ich bisher weniger nachgedacht habe.
Joey am 27.02.2010:
John Steinbeck hat mal gechieben:
Mir scheint, wenn du oder ich zwischen zwei Möglichkeiten des Handelns oder Denkens entscheiden müssen, sollten wir an unser Sterben denken.
Und versuchen so zu leben, dass unser Tod der Welt kein vergnügen macht.
Ich dachte es würde dir gefallen.
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